Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 95 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 96 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 97 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 98 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 99 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 100 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 101 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 102 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 103 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 104 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 105 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 106 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 107 Deprecated: define(): Declaration of case-insensitive constants is deprecated in /mnt/web515/b0/40/510336840/htdocs/FL/includes/config.inc.php on line 260 01.05.-08.05.2017  |  Camino - Norbert Funk
E ultreia! E sus eia! Deus aia nos y Santiago! ( Weiter! Auf geht’s! Gott steh uns bei und Sankt Jakobus! ) Dienstag, 07. Dezember 2021 - 16:50 Uhr
Mai  :  01.05.-08.05.2017

01.05.-08.05.2017

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01.05.2017

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Die Strecke Tagesbericht Foto vom Tage

 

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Nachträglich zu gestern möchte ich noch erwähnen,
dass es mir zum allerersten Mal
auf meiner Reise passiert ist,
dass eine Vermieterin eine gewisse Abneigung
gegenüber Pilger hatte.
Sie vermittelte den Eindruck,
dass es ihr nur ums Geld geht.
Sie legte ein Verhalten an den Tag,
welches nicht nachvollziehbar war,
sei es bei der Unterhaltung,
als auch beim Servieren des Abendessens.
Gemeinsam mit Peter bin ich der Meinung,
dass die Pension Myrtilles nichts im
Reiseführer zu suchen hat.
Heute Morgen, beim ersten Blick aus dem Fenster,
trauten wir unseren Augen nicht:
Eine 5 cm hohe Schneeschicht bedeckte Felder
und Wiesen (Aprilwetter im Mai).
Bevor wir dann auf die Piste gingen,
bot sich uns die Gelegenheit zur Besichtigung eines alten,
noch in Betrieb befindlichen,
Webstuhls für Bordüren (siehe Fotos).
Das Vorankommen auf den schneebedeckten Wiesenwegen war sehr anstrengend,
da man nicht immer erkennen konnte wo man hintrat.
Das laufen glich eher einem Slalomlauf,
Pfütze hier, Pfütze da.
2 km weiter, im nächsten Ort,
mussten wir uns schon mit Proviant eindecken,
denn es gab auf den nächsten 25 km
keine Möglichkeiten mehr dazu.
Es lag keine Ortschaft auf dem Weg,
lediglich kleine Ansiedlungen oder einzelne Bauernhöfe,
wo wir von den Hunden begrüßt wurden.
Die Strecke kam uns endlos vor.
Es gab keine interessanten Haltepunkte,
keine Fernsicht, Nichts.
Wir wollten gerade unsere Mittagspause beenden,
als John, ein Pilger aus Australien, zu uns kam.
Nach kurzer Unterhaltung setzte er seinen Weg fort.
Wir sollten ihn am Nachmittag in der Gite
(Pilgerherberge) wiedersehen.
Zum Abendessen gab es ein typisches
Gericht für die hiesige Region (Velay).
"Brennesselsuppe und Kochwurst mit grünen Linsen",
Käse und Nachtisch dürfen natürlich nicht fehlen.

Morgen noch 20 km bis Le Puy-en-Velay und dann habe ich damit das erste Drittel meiner Pilgerreise absolviert.


 
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02.05.2017

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Heute Morgen fiel das Aufstehen irgendwie leichter, vielleicht in der Gewissheit, dass dies heute die letzte Etappe des ersten Drittels meiner Pilgerreise war. Die Herbergsmutter hatte das Frühstück bereits vorbereitet. Kurz nach dem Frühstück nahmen wir die letzte Etappe in Richtung Saint Paulien auf, einer etwas größeren Ortschaft, mit einer gotischen Kirche, deren Hauptmerkmal ein übergroßer Chorraum ist. Auf dem weiten Weg Richtung Bilhac fiel uns ein übergroßer Menhir (auch als Hinkelstein bekannt) auf. Nach Bilhac hinein sind wir unter einer Steinbrücke hindurch gelangt. Hier konnten wir noch einige landwirtschaftliche Relikte (z.B. den gemeindlichen Klauenstand) ausfindig machen. Ebenso ist uns die außergewöhnliche Troganlage aufgefallen (ähnlich einer Badewanne). In Anbetracht der widrigen Wettervorhersage, setzten wir unseren Fußmarsch hinauf nach Polignac fort. Hier trafen wir auf Semitha, eine Pilgerin aus Wiesbaden. Das dortige Schloss thront über den Dächern des Ortes, der rund um den Bergkegel angesiedelt ist. Der 32 m hohe Turm aus dem 14. Jh. bietet eine traumhafte Aussichtsplattform. Die dortige Kirche gilt bei den Jakobspilgern als eine der schönsten auf dem Weg. Wir waren kurz vor dem Ziel, bis uns heftiger Regen dazu zwang, die Regenkleidung anzulegen. Diese hatte ich bei den bis hierhin zurückgelegten über 800 km noch nie gebraucht. Nach einer weiteren Stunde hatten wir das Ortseingangsschild erreicht. Durch einen Torbogen ging es hinunter in die historische Altstadt. Schon von weitem waren die markanten Wahrzeichen der Stadt zu sehen:
- Cathedrale Notre Dame du Puy-en-Velay
- Notre Dame de France
- Chapelle St. Michel d‘Aiguilhe auf seinem spitzen Basaltkegel.
Wir konzentrierten uns die Cathedrale anzusteuern. Der Anblick von unten ist bombastisch. Über 134 Stufen gelangten wir ins Innere der Kirche. Die Treppen hinauf zu schreiten ist ein unvergessliches Erlebnis. Nun war es klar: Das erste Drittel ist vollbracht. Peter und ich beglückwünschten uns zu dem was wir erreicht haben.
Ich werde nun einige Tage in Le Puy bleiben, u.a. auch, um auf die beiden Ehepaare aus Sydney und Chicago zu warten. Morgen früh geht es zunächst einmal um 7:00 Uhr in die Pilgermesse, wo dann die Pilger gesegnet und verabschiedet werden, die auf den weiteren Weg starten.
Ich möchte meinem Mitpilger Peter den allergrößten Respekt aussprechen, der sich die letzten 4 Tage (80 km), trotz seines entzündeten Beines, über die Strecke gequält hat. Sein Ehrgeiz war es, Le Puy-en-Velay zu erreichen.
Ich werde dann am Freitag den weiteren Weg in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port aufnehmen.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gibt es die Tage mehr Informationen.

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03.05.2017

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Aufenthalt in Le Puy-en-Velay.

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04.05.2017

 20170504-51_thumbnail_200x150px.jpg Aufenthalt in Le Puy-en-Velay.  20170504-46_thumbnail_200x150px.jpg

04.05.2017                   Le Puy-en-Velay

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Die Cathedrale Notre Dame du Puy-en-Velay liegt auf einem Überrest eines mächtigen Vulkankegels. Sie ist Bischofssitz und ein bekannter Treffpunkt, sei es um die Schwarze Madonna anzubeten oder weil von Vielen hier der Jakobsweg begonnen wird. Am 25. März und am 15. August finden zu Ehren der Madonnen Prozessionen durch die Straßen statt. Das Jubiläum der Stadt selbst wird seit dem 10. Jh. gefeiert, immer dann, wenn der 25. März (Maria Verkündigung) auf Karfreitag fällt. Das war zuletzt 2016 und das nächste Mal im Jahr 2157.

04.05.2017                   Le Puy-en-Velay

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Notre Dame de France ist eine riesige Statue der Jungfrau Maria mit Jesuskind (Gewicht: 835 Tonnen). Sie ist im Inneren begehbar bis in die Krone, über 262 Stufen. Die Monomentalstatue wurde angefertigt aus dem Gusseisen von 213 russischen Kanonen (Kriegsbeute aus dem Krimkrieg). Sie ist 23 m hoch und steht auf dem Vorbeileite-Felsen aus Vulkanstein, der den Stadtkern um 132 m überragt und Stadt und Umgebung verzaubert.

04.05.2017                   Le Puy-en-Velay

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Blickfang der Stadt sind die Basaltkuppen, ehemalige Vulkanschlote. Auf einem dieser Kuppen (82 m) steht die romanische Kapelle Saint Michel d'Aiguilhe (Hl. Michael auf der Nadel). Das Gebäude nimmt die gesamte Gipfelfläche ein und passt sich mit seinem Umriss der natürlichen Form des Felsens an. Die Bauweise zeigt orientalische Einflüsse auf. Die Kapelle ist über 264 Stufen zu erreichen.

04.05.2017                   Le Puy-en-Velay

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Die Statue Saint Joseph ist zu Ehren des Hl. Josef errichtet, dem Schutzpatron der Arbeiter. Sie steht ebenfalls auf einem Vulkankegel. Leider liegt dieser 2 km außerhalb des Stadtzentrums und ist daher nicht so in das touristische Geschehen einbezogen. Von besonderer Schönheit ist die, in das Vulkangestein eingebettete, Grotte.

04.05.2017                    Le Puy-en-Velay

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Von der Hauptgeschäftsstraße führen alle Gassen Richtung Osten immer über Stufen hinauf zur Kathedrale. Diese kleinen Stufen sind max. 10 cm hoch und heißen aus dem französischen übersetzt "Eselschritte". Dadurch wurde in früheren Zeiten ein leichteres Steigen von beladenen Lasttieren ermöglicht. In vielen der kleinen Gässchen sind einige interessante Fassadenelemente zu bewundern.

Nach 2 schönen Tagen Pause in Le Puy-en-Velay, nehme ich morgen meinen Weg in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port auf, leider jedoch ohne meinen Mitpilger Peter, der seine entzündeten Beine erst einmal zu Hause behandeln lassen und dann in 14 Tagen die Tour hier in Le Puy wieder starten und fortsetzen will.

05.05.2017                    Erster Tag des zweiten Drittels

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Gestern Nachmittag sind meine Pilgerfreunde (ich darf sie so nennen) aus Sydney und Chicago in Le Puy angekommen. Sie haben mich nach einem wunderschönen Abend, heute Morgen in die Pilgermesse begleitet und ebenfalls den Pilgersegen durch den Bischof erhalten. Anschließend haben wir uns verabschiedet und ich habe meine zweite Teiletappe von Le Puy-en-Velay nach Saint-Jean-Pied-de-Port
(bekannt unter dem Namen "Via Podiensis")
gestartet. Mit einer Pilgerin aus dem Ruhrgebiet bin ich den ersten Tag nach Saint-Privat-d'Allier gemeinsam gegangen. Der Beginn der „Via Podiensis“ startet kurioser Weise nicht an der Kathedrale, sondern auf dem zentralen Marktplatz der Altstadt (Place du Plot). Die heutige Wegstrecke startete bei 628 Höhenmeter, den höchsten Punkt haben wir bei 1.226 m überschritten, doch der Anstieg erfolgte kontinuierlich. Bergauf ging es die ersten 3 km stadtauswärts. Da heute Morgen ca. 40 Pilger den Weg aufgenommen haben, sind uns ständig Pilger unterschiedlichster Nationalitäten begegnet. Es sah am Anfang schon wie eine Prozession aus. Zum allerersten Mal auf der bisherigen Strecke stand am Wegesrand ein Imbissstand. Wir haben uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und eine Kaffeepause eingelegt. In dem ersten kleineren Ort (Saint-Christophe-sur-Dolaison) stand eine Kirche aus dem 12. Jh. mit hübschem Glockenturm und 4 Arkaden. Sie ist vollständig aus rötlichem Vulkangestein errichtet. Des Weiteren waren noch die Reste des ehemaligen Dorfbackhauses zu sehen. Ein kleines romanisches Juwel, Chapelle Saint-Roch, konnten wir kurz vor Montbonnet ausfindig machen (siehe Fotos). Hoch über dem Allier-Tal
liegt Saint-Privat-d'Allier, unser heutiges Tagesziel.
Auf der heutigen Strecke sind uns unterschiedlichste Landschafts- und Ortsformen aufgefallen, zum einen eine Region vulkanischen Ursprungs, ähnlich der Eifel, zum anderen Wiesen und Felder, wie man sie in den Highlands von Schottland vorfindet oder auch kleine Gebirgsdörfchen, die den Charakter derer in Italien aufweisen. Alles in allem eine abwechslungsreiche
erste Etappe.
Noch eins zum Schluss: Meine Begleiterin möchte den größten Teil der Strecke in ähnlichem Schuhwerk absolvieren, wie es die ersten Pilger wohl auch getan haben oder mussten, da nichts anderes zur Verfügung stand (siehe Foto).

Fazit: Die heutige Etappe war von der Länge und der Beschaffenheit für den Wiedereinstieg genau richtig.

Morgiges Ziel ist La Clauze.

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06.05.2017

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Heute kam mein Regenponcho zum ersten Mal zum Einsatz, denn es regnete den ganzen Tag. Schade, denn die Region, die ich durchlaufen habe, war wunderschön, auch wenn es anstrengend war. Nicht umsonst wird der Fernwanderweg G65, der identisch ist mit dem Jakobsweg, als einer der schönsten in Europa bezeichnet. Gestartet bin ich heute in einer Höhe von 890 m. Den höchsten Punkt überquerte ich bei 1085 m. In der Höhenstatistik können 1.048 Höhenmeter hinzu addiert werden. In Rochegude gab es eine urig kleine Kapelle zu besichtigen, die einst ein Teil der dortigen Burg war, hiervon ist lediglich noch ein Teil eines Turmes zu sehen. Das Ganze steht auf einem Felsvorsprung und könnte malerisch als Kulisse für einen Film herhalten. Anschließend ging es bergab über Stock und Stein, an riesigen Felsformationen vorbei. Diese gibt es hier zu Hauf (vulkanischer Ursprung). In Monistrol-d'Allier angekommen, war zuerst einmal eine Kaffeepause fällig, damit die 15 km lange Berganphase gemeistert werden konnte. Doch zuerst wagte ich noch einen Blick in die Kirche, denn hier gibt es ein Abbild eines Jakobsbruders mit Stab auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Im ersten Teilstück konnte man immer wieder hinunter ins Tal der Allier blicken, einfach traumhaft. Die Wege waren durch den Regen aufgeweicht und die Steine sehr glatt, dies erschwerte das Vorankommen. Schließlich hatte ich den Ort Saugues erreicht, der heute ein friedlich schlummerndes Provinznest ist, doch einst wurden die Einwohner von einer Bestie terrorisiert, ja sogar getötet. Ein Blick in die Kirche mit kleiner Schatzkammer war lohnenswert. Meinen Zielort, ein 100 Einwohner Dorf, sollte ich nach weiteren 7 km erreichen. Gott sei Dank raus aus der Kälte und dem Nassen ins Warme. Beim Abendessen saßen wir aus 4 Nationen zusammen am Tisch: Frankreich, Schweiz, Kanada und Deutschland. Auch das Kennenlernen von Menschen aus anderen Ländern macht diese Reise lohnenswert.
Morgen starte ich dann nach Saint-Alban-sur-Limagnole. Warten wir ab, wie das Wetter wird.

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07.05.2017

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Nach dem Wetter von gestern war der erste Blick heute Morgen natürlich aus der Haustüre. Glücklicherweise sah es sehr freundlich und verheißungsvoll aus. Im Laufe des Tages gab es nur zwei kleine Regenphasen. Heute habe ich den höchsten Punkt des französischen Jakobsweges mit 1.345 m überquert, dabei waren 555 Höhenmeter zu absolvieren. Das heißt aber nicht, dass es jetzt nur noch abwärts geht. Diese Etappe führte durch die einsamen Hochebenen der Margeride. Von den dort, auch im Sommer, vorherrschenden rauen Winden, habe ich heute auch einige erlebt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hier nur Viehzucht vorzufinden ist. Auf den ersten Blick könnte man diese Hochebene mit den Almgebieten in Österreich vergleichen, eben nur nicht ganz so hoch. Steinanhäufungen und kleine Bächlein, die sich durch die Graslandschaften schlängeln, einfach schön. Daher machte es auch nichts aus, dass ich erst bei La Roche auf die Quelle des Heiligen Roches gestoßen bin (diese soll bei Augenkrankheiten und offenen Wunden helfen). Ich habe die Quelle genutzt, um meinen Wasservorrat aufzufüllen. Kurz dahinter steht die Chapelle Saint-Roch (geweiht dem Hl. Rochus dem Pestheiligen), die aber erst 1901 errichtet wurde. Hier habe ich dann auch das Département Haute-Loire verlassen. In Le Rouget ist es zum ersten Mal auf meinem bisherigen Weg vorgekommen, dass eine Familie tagsüber ihre Küche öffentlich den Pilgern zur Verfügung stellt, z. B. um sich ihr Essen zuzubereiten, aber auch der Kühlschrank ist mit kühlen Getränken gefüllt, die gegen eine kleine Spende entnommen werden dürfen. Es steht auch eine Couch zum Auszuruhen bereit. Eine gute Sache, so finde ich.
Kurz darauf war auch schon der Zielpunkt
des heutigen Tages, nach fast 25 km,
in Saint-Alban-sur-Limagnole erreicht.
Es ist merklich erkennbar, dass ab Le Puy sehr viel mehr Pilger auf der Strecke sind. Ständig trifft man auf kleine Gruppen oder auch einzelne Pilger. So traf ich auch auf einen jungen Burschen aus Münster, der in Baden-Baden gestartet und über die Schweiz auf dem Jakobsweg hierher gekommen ist und dessen Ziel es ist, sich ohne Geld bis Santiago de Compostela durchzuschlagen (nicht ganz, er hat 20 € als Notgroschen), bemerkenswert. Meine morgige Tour muss ich mir noch zusammenstellen.

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08.05.2017

20170508W_thumbnail_150x133px.jpg Ich saß heute Morgen zwischen
7 Franzosen am Frühstückstisch.
Zentrales Thema war natürlich die gestrige Präsidentschaftswahl.
Im Großen und Ganzen sind
alle mit dem Ausgang zufrieden.
Da heute in Frankreich Feiertag ist (Tag des Sieges),
musste ich mich direkt mit Lebensmitteln und
Getränken eindecken,
denn die nächste Möglichkeit wäre 15 km entfernt gewesen.
Von Saint-Alban-sur-Limagnole sollte es zunächst über die bewaldeten Ausläufer der Margeride und später über das Aubrac-Hochland nach Lasbros gehen.
Immer wieder zwingen die Flussläufe
zu einem ständigen Auf- und Abgehen,
zum Teil über sehr tief ausgewaschene Waldwege
(siehe Fotos).
Und dennoch ist das Aubrac-Hochland eine faszinierende, aber auch menschenleere Landschaft.
Vereinzelt sind mir Pilger
oder Wochenendausflügler begegnet.
In einigen Waldgebieten waren Schutzhütten
aus Reisig aufgebaut,
die den Pilgern Schutz vor Regen bieten,
denn auf den ersten 10 km bin ich durch
keinen Ort gekommen.
Da das Wetter sich heute wieder von
seiner besten Seite zeigte,
habe ich die Landschaft und die
sich teilweise gebotene Fernsicht genossen.
Gegenüber gestern hatten sich die rauen Winde gelegt. Hier oben ist die ländliche Idylle noch perfekt:
 Grüne Wiesen,
glückliche Kühe (Aubrac-Rinder mit honiggelbem Fell)
und Schafe, kleine Bächlein und viele Steine.
Rund 50 km wird der Jakobsweg durch diese einsame Landschaft führen. Einen Teil davon
habe ich bereits hinter mir.
Nachdem ich Aumont-Abrac,
nach einem Abstecher zur Kirche,
hinter mir gelassen hatte,
waren es nur noch 7 km bis zum Zielort.
Auf der Strecke ist mir schon öfter aufgefallen, dass in kleineren Ortschaften das ehemalige Backhaus als Schutzraum dient, so auch in La Chaze-de-Peyre.
Kurz vor Lasbros steht ein wunderschönes Kapellchen mit einer außergewöhnlichen Deckenmalerei.
Hier bin ich dann auf ein Ehepaar aus Kassel gestoßen.
 Es ist immer wieder gut,
wenn man sich mit anderen in seiner
Muttersprache unterhalten kann.
Bei der Suche nach meiner Unterkunft bin ich auf ein hochmodernes Restaurant gestoßen, für ein 100-Einwohner-Dorf etwas Ungewöhnliches, aber nett.
Dort werde ich heute wohl mein Abendessen genießen.
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