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Ankommen – sich hinsetzen und ausruhen. Eine warme Dusche. Ein gutes Essen. Zufriedenheit. Sich müde, jedoch außerordentlich wohl fühlen. Samstag, 15. Mai 2021 - 16:54 Uhr
Mai  :  17.05.-24.05.2017

17.05.-24.05.2017

Spendenkonto: Norbert Funk - Volksbank Trier - BIC: GENODED1TVB
Iban: DE48 58560103 0010207802 - Verwendungszweck: Spendenaktion - Camino2017

17.05.2017

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Die Strecke Tagesbericht Foto vom Tage

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Gestern Abend habe ich zum ersten Mal die Erfahrung gemacht und in einer Gîte in einem Schlafsaal mit 10 Betten übernachtet. Bis dahin war ich immer nur mit max. 1 Person
in einem Raum. Heute Morgen war dann auch das Frühstück "do it yourself".
Zufällig sind ein Pilger aus Kanada und einer aus Frankreich mit mir gemeinsam gestartet. Wir sind dann auch den heutigen Tag gemeinsam gelaufen, da wir ein gemeinsames Endziel in Varaire hatten und sogar wieder in der gleichen Herberge übernachten. Doch heute habe ich wieder ein Zimmer für mich. Nach 5 km musste ein längerer Anstieg absolviert werden, dieser sollte aber der einzige für den Tag sein, das andere waren kleinere Wellen auf dem erreichten Kalksteinplateau, das eine ähnlich karge Vegetation aufzuweisen hatte wie gestern auch. So war es nicht verwunderlich, dass die kleinen Weiler, die wir angelaufen sind, wie ausgestorben wirkten. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nur alte, teilweise verfallene Bausubstanzen, Neubauten Fehlanzeige. So ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass wir nach 19 km das erste Mal in eine etwas größere Ortschaft mit Leben kamen. Mit Verlassen des Lot-Tals und Erreichen des Plateaus "Causse de Limogne" sind wir ewig lang durch Eichen-, Buchsbaum- und Wachholderbewuchs (heckenähnlich) gelaufen. Auf einem Hinweisschild war zu lesen, dass in dieser Region im Winter nach Trüffel gesucht wird und dies organisiert, aber nicht mit Schweinen sondern mit Hunden.
Unterwegs wurde uns ein "Point d'Eau" angezeigt. Wasserstellen mit Trinkwasser gibt es viele auf der Strecke. Doch diese war etwas anders. Von Weitem hörte man schon ein klirrendes Geräusch. Als wir näherkamen, sahen wir was dieses Geräusch verursachte. Hunderte bunt bemalte Muscheln (siehe Fotos). Es war eine Verpflegungsstelle mit Kaffee und Kuchen. Weiter ging die Strecke unspektakulär, zum Teil auf, mit Steinmauern eingerahmten Waldwegen. Die Flächen links und rechts sind noch nicht einmal landwirtschaftlich nutzbar. Alte, zum Teil verfallene Steinhütten zeugen vielleicht von einer früheren Schaf- oder Ziegenhaltung.
Für Erholungsuchende ist dieser Wegabschnitt sicherlich interessant. Kein Stress, kein Lärm, einfach ruhig. So hatten wir dann unsere Tagesetappe von 26 km bereits am frühen Nachmittag beendet und konnten uns in aller Ruhe auf das Abendessen vorbereiten.
Varaire selbst war im Mittelalter eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg, denn es gab schon damals hier ein Pilgerhospiz.

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18.05.2017

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Heute Morgen haben wir sehr früh gefrühstückt und das war gut so, denn für den Nachmittag war Regen angesagt und dieser setzte dann auch ca. 1 km vor dem Etappenziel ein. Ich bin heute mit den beiden Begleitern von gestern auf Tour gegangen und wir haben die Etappe zügig durchgezogen, schließlich wollten wir nicht all zu nass werden. Nun schon am dritten Tag wanderten wir über das Kalksteinplateau der Causse de Limogne. In Summe jetzt schon mehr als 80 km. Dass die Hochebene dünn besiedelt ist, ist nicht verwunderlich. Einzelne Höfe und kleine Weiler lockern das Bild etwas auf, doch bis auf 5 Pilger ist uns auf den rd. 30 km niemand begegnet. Ich hätte 100 Fotos machen können, die hätten sich alle geglichen. Eichenwäldchen und Weiden, wenn man sie denn so nennen will, prägten das heutige Tagesbild. Erst kurz vor Cahors kehrten wir ins liebliche Lot-Tal zurück. Cahors selbst liegt in einer weiten Schleife des Lot und sieht aus wie eine natürliche Festung, denn nahezu Dreiviertel sind von Wasser umgeben. Unsere Unterkunft liegt außerhalb der Stadtgrenze, da der Jakobsweg auch nicht unmittelbar durch die Stadt führt. Damit ich morgen direkt den Weg aufnehmen kann, habe ich dann am Nachmittag der Stadt einen Besuch abgestattet. Der Herbergsbetreiber hat sich sofort angeboten mich in die Stadt zu fahren und hat mich später auch wieder dort abgeholt, eine freundschaftliche Geste. Erste Anlaufstelle war die, in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommene Cathédrale Saint-Étienne, deren Bau im 11. Jh. begonnen wurde und deren Fertigstellung 4 Jahrzehnte dauerte. Sie verfügt über eine 37 m hohe Kuppel, die von 6 Stützpfeilern getragen wird. Auch von besonderer Eleganz sind die Seitenaltäre. Danach habe ich den, in der Nähe verlaufenden östlichen Flussteil des Lot angesehen, denn morgen verlasse ich Cahors über das westliche Ufer und zwar über den Pont Valentré, das ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Wahrzeichen der Stadt. Dazu mehr, wenn ich ihn in Augenschein genommen habe.
Morgen werde ich wohl alleine losziehen, denn die Kollegen wollen morgen hier einen Tag Pause einlegen. Die Wetterprognose ist nicht so rosig, mal sehen wie weit ich komme.

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19.05.2017

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Heute Nacht habe ich in der Gîte in einem 4-Bett Zimmer geschlafen. Es war soweit in Ordnung, bis auf Tatsache, dass die Ersten schon um 6:30 Uhr anfingen zu packen, da war es mit weiterschlafen vorbei. So kam ich dann auch nach dem Frühstück schon um 7:11 Uhr auf die Piste. Der Weg führte zunächst stadteinwärts, anschließend vorbei am Ufer des Lot zur Valentré-Brücke, dem Wahrzeichen der Stadt Cahors. Sie ist mit ihren 8 Bögen und 3 Türmen eine der besterhaltensten, befestigten Brücken des Mittelalters. Über diese Brücke (nur für Fußgänger und Fahrräder) verlassen die Pilger die Stadt. Mein Ziel für heute war eigentlich das 22 km entfernte Lascabanes gewesen. Doch es kam anders, dazu später mehr.
Auch ich bin über diese Brücke, doch der positive Eindruck schwindet schnell, denn direkt dahinter führt ein steiler Weg an den Felsen vorbei auf das Plateau, dass wegen seiner weißen Kalksteinoberfläche auch „Quercy Blanc“ genannt wird. Ich habe einmal ein Foto von einem bestellten Feld beigefügt: Steine über Steine. Ansonsten war das Erscheinungsbild der heutigen Etappe etwas belebter. Viele kleine Weiler lagen auf dem Weg. Ich kam sogar mit einem Touristen ins Gespräch, der diese Gegend liebt. Ab Labastide sollte es einen 2 km langen Abstecher zur Kapelle von St. Romy geben. Keiner konnte mir sagen, ob die Kapelle geöffnet sei, aber um dies herauszufinden, wollte ich die 4 km nicht zusätzlich gehen, da die Wettervorhersage auch nicht so rosig war. Also bin ich auf dem Hauptweg weitergegangen. Auch wenn unter den Bildern eine Windmühle zu sehen ist, bin ich noch in Frankreich unterwegs. Sie stand mutterseelenallein im Wald, noch relativ neu. Unterwegs bin ich auf einen jungen deutschsprachigen Franzosen, der am Wegesrand saß, getroffen. Wie es bei Pilgern üblich ist, stellt man sich gegenseitig vor. Deutschsprachig dachte ich, das trifft sich gut. Wir sind dann gemeinsam weitergelaufen. Zunächst bis Lascabanes, wo ich eigentlich meine heutige Tour beenden wollte. Wir haben dann noch gemeinsam gegessen und dabei überredete er mich, mit ihm noch mit bis Montcuq zu gehen, doch zuvor mussten wir noch einen heftigen Regenguss abwarten, das machte den Waldweg nicht leichter zum Gehen. Somit kamen heute fast 36 km zusammen. Die kommen mir morgen womöglich zu Gute.
Nach kurzer Strecke trafen wir auf die Chapelle Saint Jean mit eigener Fontaines (Quelle). Hier konnte mir mein Mitpilger die Historie der Kapelle übersetzen. An dieser Stelle soll der Hl. Johannes mit seinem Stab aus einem Stein Wasser sprudeln lassen. Die Quelle wurde eingefasst und die Legende sagt, dass zwischen dem 24. und 29. Juni das Wasser heilbringende Kräfte hätte.
Wegen einigen Regenschauern, die wir jeweils abgewartet haben, wurde es später Nachmittag bis wir angekommen sind. Montcuq ist bei Pilgern wegen seines mittelalterlichen Flairs ein beliebtes Etappenziel. Die Dame von der Touristeninformation sagte uns, dass am vergangenen Montag 100 Pilger hier übernachtet haben. Heute waren es nicht so viele. Den Ort überragt ein Turm einer ehemaligen Burganlage.
Sehen wir mal, wo es mich morgen hin verschlägt, aber sicher nicht noch einmal 36 km weit.

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20.05.2017

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Heute Morgen hatten wir uns auf die positive Wetterprognose verlassen. Nach einem Kilometer sind wir jedoch eines Besseren belehrt worden. Das Regencape musste angezogen werden und so ging es 8 km weiter. Wir hatten uns für die Fahrradvariante des Weges entschieden und das war gut, denn die Pilger, die den Hauptweg gegangen waren, sahen nicht mehr so schön aus. Kurz vor Lauzerte klarte das Wetter auf und es wurde noch ein schöner Tag. In Lauzerte war Wochenmarkt, immer mittwochs und samstags. Er ist überschaubar, aber sehr gut besucht gewesen. Im Angebot waren überwiegend heimische Produkte. Der altertümliche, schöne Ort weist viele alte gut restaurierte Häuser in teilweise engen Gassen auf. Der malerische Marktplatz mit der integrierten Kirche Saint-Barthélemy bildet den Mittelpunkt. Die Straßen sind im Schachbrettmuster um diesen Platz angelegt. Auf einem Hügel liegend gleicht es einem Wehrdorf (bastide).
Hier haben mein Pilgerkollege von gestern und ich uns getrennt. Sein Ziel war ein gutes Stück weiter als ich es mir für heute gesetzt hatte. Er wählte daher die direkte Straßenvariante. Ich setzte meinen Weg auf dem markierten GR65 fort, mit dem Ziel Durfort-Lacapelette. Diese Etappe führte mich durch die Hügellandschaft des Tarn und der Garonne (befinde mich auch jetzt im Département Garonne). Der Weg führte mich an einem Gehöft vorbei. Hier bekam ich ein typisches Taubenhaus dieser Region vor die Kamera. Die Tauben wurden u. a. auch wegen des Düngers gehalten. Wenn man weiter über die Hügel geht, steht plötzlich mitten im Wald eine kleine schmucke Kapelle (Saint Sernin), die vor nicht allzu langer Zeit renoviert wurde.
Als ich dann wieder auf offenes Feld kam, stand ich einer großen Kirschbaumplantage gegenüber. Leider bin ich so ca. eine Woche zu früh an. Auf dem weiteren Weg habe ich dann noch mehr Plantagen gesehen, jetzt aber auch Pflaumen. In Durfort-Lacapelette angekommen, bin ich auf eine frz. Pilgerin gestoßen, die ebenfalls noch auf Herbergssuche war. Irgendwie haben wir es trotz der Sprachbarrieren geschafft, dass sie für mich auch ein Bett in einer, wie ich dachte, Herberge gebucht hatte. Was ich nicht wusste, die Unterkunft lag einige Kilometer abseits. Zum Glück kam uns die Vermieterin abholen und bringt uns morgen auch wieder an den Hauptwanderweg zurück. Gelandet sind wir auf einem Alternativ-Bauernhof. Das Meiste wird hier selbst hergestellt und auch das Essen wird mit Naturprodukten zubereitet. Ich war zunächst skeptisch. Die Skepsis war aber unbegründet, denn ich bin gut satt geworden und wieder um eine Erfahrung reicher.
Für morgen habe ich vorsichtshalber schon eine Unterkunft gebucht. Das Wetter soll jetzt in den nächsten Tagen beständig schön bleiben. Da sind wir mal optimistisch.

Mit dem heutigen Tag habe ich die Hälfte meines Weges bis Santiago de Compostela bereits überschritten.

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21.05.2017

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Heute Morgen wurden wir, wie versprochen, zum Ausgangspunkt gefahren und ich konnte den Weg Richtung meines ersten Zwischenziels Moissac aufnehmen. Für dort hatte ich mir einen längeren Aufenthalt für die ein oder andere Besichtigung eingeplant. Es ging auch gut voran, sodass ich die ersten 12 km bereits um 10:30 Uhr geschafft hatte. Das war aber auch kein Wunder, denn die heutige Etappe verlief relativ flach mit 151 m Aufstieg und 204 m Abstieg.
Wie eigentlich fast immer, steuert der Jakobsweg an die größeren Kirchen oder Klöster. So auch in Moissac. Dieser Ort ist neben Conques, aus historischer und kultureller Sicht, die wichtigste Station auf der Via Podiensis. Im Eingangsbereich der Abteikirche Saint-Pierre werden die Pilger an einem Stand empfangen, erhalten ihren Stempel und werden gefragt, ab wo sie den Camino begonnen haben. Auf einer großen Landkarte werden die Startpunkte mit einer Stecknadel markiert (siehe Foto). Für Trier wurde heute die erste Markierung gesetzt. Diese Karte wird jährlich neu angelegt. Das südliche Portal veranschaulicht auf seinem Bogen das jüngste Gericht. Der Türsturz ist mit antiken Rosetten verziert. Ich habe mir noch schnell das Innere der Abteikirche angesehen, denn um 11:00 Uhr sollte die Messe beginnen. Sie war sehr gut besucht. Ich habe dann auch noch einige Zeit die Messe verfolgt, bevor ich zur Touristinfo ging, denn ab da startet die Besichtigung der Cloître (Klosterausstellung).
Das Beeindruckenste ist allerdings der Kreuzgang mit seinen 44 m langen Trachten und den 116 Säulen. Auf 50 Säulenköpfen sind Auszüge aus der Bibel dargestellt,
z. B. Die Taufe Christi.
Den sonntäglichen Wochen- und Flohmarkt habe ich mir nicht entgehen lassen und das ein oder andere heimische Produkt gekostet. Für das Mittagessen habe ich mir Crêpe à la Maison gekauft. Damit bin ich dann hinunter zum Flussufer der Tarn gegangen, unweit seiner Mündung in die Garonne. Hier habe ich neben meiner Mittagspause auch die schöne Aussicht genossen. Das kleine Oldtimertreffen an der Uferpromenade habe ich mir natürlich auch angeschaut (siehe Fotos). Nach der Pause habe ich meinen Weg wieder aufgenommen, der eine zeitlang auf dem Radweg am Canal de Garonne verläuft. Ab Moissac taucht man im Gegensatz zu den vorherigen Etappen in einen ganz anderen Landstrich ein. Hier bestimmen das Wasser und die Flussläufe das Landschaftsbild. Ich bekam aber auch die Gelegenheit reife Kirschen zu naschen, denn hier in Ufernähe waren diese schon schön rot (siehe Foto). Von hier war es dann auch nicht mehr weit bis zum Etappenziel, das ich heute bewusst etwas kürzer gehalten habe. So konnte ich in dem parkähnlichen Anwesen, das zum Haus gehört, noch etwas die Sonne und den Sonntag genießen.

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22.05.2017

20170522W_thumbnail_150x85px.jpg Gestern Abend traf ich zum ersten Mal auf einen Pilger,
der mit seinem Fahrrad den Camino abfährt, allerdings in umgekehrter Richtung, von Santiago de Compostela nach Grenoble, so kommen ihm die Pilger entgegen und er muss sie nicht überholen (gute Taktik).
Nach dem Frühstück hieß es wie gewohnt Schuhe schnüren, Rucksack anschnallen, verabschieden
und los geht's.
Zunächst ging es hinunter zur Kanalstraße, der ich bis Malause gefolgt bin, denn hier gab es die erste Gelegenheit den Kanal zu überqueren um wieder auf den Radweg zu gelangen, der zwischen zwei Kanälen verläuft (einer für Frachtschiffe und einer für Freizeitboote).
Es ist wunderschön auf dem flachen, geraden Radweg am Wasser zu wandern, aber du gehst und gehst
und siehst kein Ende.
Über eine Schleuse musste ich den Kanal verlassen, um auf die nächstgelegene Brücke zu gelangen, die die beiden Kanäle überquert.
Ab da war die flache Etappe dann zu Ende.
Am Ortseingang von Espalais stellt Vincent, so heißt der Schweizer, den Pilgern gegen eine kleine Spende kalte und warme Getränke zur Verfügung (siehe Fotos).
Die Gelegenheit habe ich dann genutzt und habe mein zweites Frühstück gemacht.
Am Ende des Ortes führt der Weg dann zu einer Brücke, über die ich dann die Garonne überquert habe und damit in der Region Gascogne angekommen bin, der Heimat von D'Artagnan aus "Die drei Musketiere", die ich in den nächsten Tagen durchwandern werde.
Nach Auvillar ging es auf eine kleine Anhöhe mit einem weiten Panoramablick auf die Garonne.
Das Zentrum des Ortes wird durch den Marktplatz, mit einer großen kreisrunden Markthalle, welche in früheren Zeiten als Getreidesilo diente, gebildet.
Die ehemalige Abteikirche St.-Pierre war wegen Renovierung geschlossen.
Verlassen habe ich den Ort (900 Einwohner) durch den Uhrenturm, der auch gleichzeitig eines der Stadttore ist.
Von hier ging es im Wesentlichen über Trampelpfade neben der Straße, die Autobahn unterquerend nach Saint-Antoine.
Der Ort hat seinen Namen vom Hl. Antonius,
dessen Reliquien angeblich hier in der Kirche
aufbewahrt werden sollen.
Mein Quartier liegt 2 km außerhalb, ein toll umgebautes altes Bauernhaus aus dem 19. Jh. mit einer parkähnlichen Anlage, die Wohlfühlcharakter vermittelt.
Die morgige Etappe muss ich mir nun
noch zusammenstellen.
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23.05.2017

20170523W_thumbnail_150x119px.jpg Leider musste ich heute die wunderschöne Unterkunft wieder verlassen, aber man weiß ja nie, wie die
nächste Herberge ist.
Diese war bisher mit Abstand die Beste in der ganzen Zeit.
Ambiente, Service, Abendessen
und sehr zuvorkommende Gastgeber.
Die Verabschiedung war entsprechend herzlich.
Wie schon beschrieben verlaufen die nächsten Etappen durch die Gascogne,
wo ich so langsam in deren Herz komme.
Über Hügelkämme, kleine Täler und Nachläufer verläuft der Weg durch eine intensiv landwirtschaftlich genutzte Region, wo sehr viel Mais angebaut wird, mit dem die Gänse und Enten gemästet werden, denn durch die Verfettung entsteht eine Delikatesse in Frankreich, die Stopfleber, die zum nationalen, gastronomischen Kulturgut erhoben wurde.
Nun aber zurück zum Weg.
Die erste Teiletappe führte mich nach Flamarens, vorbei an der Schlossruine und einer verfallenen, gotischen Kirche, die mit Spendengeldern wieder aufgebaut werden sollen.
Das quadratische Wohngebäude wird von einem
mächtigen Turm bewacht.
Die heutige Etappe führte dann weiter über Feldwege, nicht wie gestern vorwiegend über die Straße, nach Miradoux, mit seiner einschiffigen Kirche,
die aber über mehrere Kapellen verfügt.
Auf dem Weg nach Miradoux bin ich auf einen Pilger aus Argentinien gestoßen.
Wir haben uns kurz unterhalten, mit Proviant eingedeckt und dann habe ich den Weg fortgesetzt.
Eine, auf einem Hügel thronende Schlossruine, habe ich dabei fast einmal ganz umrundet, bevor es auf einem abschüssigen Wanderweg nach Castet-Arrouy ging.
Hier begegnete mir eine französische Pilgerin aus der Bretagne, die das gleiche Endziel, Lectoure, hatte, daher haben wir den restlichen Weg gemeinsam beschritten.
Bei unserer Mittagspause ist zumindest mir das erste Mal passiert, dass sich ein Anwohner beschwert hat, dass wir in der Nähe seines Hauses Rast gemacht haben.
Wir haben unsere Mittagspause dennoch in Ruhe beendet.
Wieder auf der Anhöhe angekommen war von Weitem schon die markante Silhouette von Lectoure (Kirchturm der Kathedrale) auf einem weiteren Hügel zu erkennen.
Nach weiteren 5 km haben wir dann den Ort erreicht,
der übrigens Stadtrechte hat.
Von den einstigen 2,7 km langen Festungswällen
sind noch Reste erhalten.
Der bedeutendste Sakralbau ist die

Cathédrale Saint-Gervais-et-Saint-Protais, mit seinem 45 m hohen Glockenturm.
Er ist damit einer der höchsten Glockentürme Frankreichs.
Ebenfalls alt, aber noch aktuell,
ist die Technik des Blaufärbens.
Aus einer in dieser Region angebauten Pflanze (Färberwaid) wir der Grundstoff für eine besonders haltbare blaue Farbe gewonnen.
Des Weiteren verfügt die kleine Stadt über ein Thermalbad für Rheuma und Arthrose.
Dieses Heilwasser wurde zufällig bei Bohrungen nach Trinkwasser im Jahre 1979 entdeckt.
Das ehemalige Schloss beinhaltet heute eine riesige Ansammlung von Antiquitäten und Trödel (siehe Fotos). Ich habe mir dies natürlich anschauen müssen.
Für morgen steht eine etwas längere Etappe auf dem Plan mit Zielort Condom (kein Schreibfehler).

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24.05.2017

20170524W_thumbnail_150x93px.jpg Heute Morgen war ich schon mit dem ersten Schritt aus dem Haus auf dem richtigen Weg.
An der Festungsmauer vorbei ging es ins Unterdorf, vorbei an der Fontaine de Diane (Brunnenanlage),
mit dem Tagesziel Condom.
Nach kurzer Zeit habe ich einen Pilger aus Amsterdam getroffen. Gemeinsam entschieden wir uns dazu, ein Stück des Weges zusammen zu gehen, da zumindest das erste Zwischenziel in La Romieu gleich war bzw. gab es noch eine Alternativroute, die den Ort La Romieu ausklammert.
Dies wollten wir dann entscheiden, wenn wir auf den Abzweig stoßen sollten.
Wir sollten verhältnismäßig gut voran kommen, denn bis dahin liegt nur ein kleiner Ort dazwischen.
Die Strecke sollte, mit nur leichten Hügeln, gut zu bewältigen sein, allerdings sagen die mehr als 600 Höhenmeter etwas anderes aus.
Die Strecke ging vornehmlich über offenes Feld und so gut wie kein Schatten, was bei den heutigen Temperaturen um die 30°C am Nachmittag schon an die Kondition ging.
Wir hatten bis zum Mittag aber bereits La Romieu erreicht, da es unterwegs keine weiteren Haltepunkte gab.
Die mächtige Stiftskirche war nur gegen Eintritt zu besichtigen. Sie gleicht mit ihren beiden 33 m hohen Türmen (sechseckig und quadratisch) eher einer Burg. In der Sakristei, die in einem der Türme untergebracht ist, kann man die, aus dem 13. Jh. stammenden
Malereien bewundern.
Ebenfalls noch gut erhalten ist der lichte Kreuzgang mit seinen gotischen Arkaden.
Nun nahm die Temperatur noch weiter zu und es gab nur ein kurzes Stück des Weges in einem Eichenhain zu gehen.
Der Pilgerkollege aus Holland hatte es vorgezogen noch eine längere Pause zu machen.
Ich wollte aber so schnell wie möglich zum Ziel, da mich auf dem Weg, bis auf eine kleine aber feine Kapelle und einen Stausee mit Niedrigwasser, nichts zu einer Pause zwingen sollte.
Ja, unterwegs bin ich dann auf die beiden Franzosen gestoßen, mit denen ich gestern zusammen gelaufen bin.
Sie hatten die kürzere Alternativroute gewählt.
Gemeinsam sind wir dann nach Condom eingelaufen.
Unser erstes Ziel war die Kathedrale St.-Pierre.
Vor der Kirche ist ein Standbild der 4 Musketiere, mit denen wir dann ein Foto gemacht haben.
Condom ist eine Kleinstadt in der Gascogne, deren Herzstück das Armagnac-Gebiet ist, das für seinen besonderen Weinbrand bekannt ist.
Die Kathedrale besticht durch einen einschiffigen, hellen und freundlichen Innenraum mit einem
wunderschönen Chorraum.
Nach der Besichtigung, viel Zeit blieb mir aufgrund der längeren Strecke nicht, musste ich mein Quatier noch suchen, wo es immer um 19:00 Uhr
gutes Abendessen geben soll.
Für morgen habe ich mir als Ziel Eauze vorgenommen, mal sehen, denn morgen ist auch hier in Frankreich Feiertag.
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