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Geh’ in dich, wenn’s dir nicht zu weit ist! Samstag, 15. Mai 2021 - 15:25 Uhr
Mai  :  25.05.-31.05.2017

25.05.-31.05.2017

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25.05.2017

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Die Strecke Tagesbericht Foto vom Tage

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Ich habe heute Morgen meine Vatertagstour bereits um kurz vor 7:00 Uhr gestartet, denn die Mitbewohnerinnen meinten schon um 5:45 Uhr sich fertig machen zu müssen.
So ist das in einem Schlafsaal üblich, so richtig Rücksicht wird da nicht genommen.
Es kam mir dennoch recht, denn ich wollte eh früh genug starten, um den heißen Temperaturen zu entgehen.
So konnte ich meine Etappe über 33 km nach Eauze schon um 14:00 Uhr beenden. Das lag aber auch stückweise daran, dass es auf der gesamten Strecke nur einen Ort gab, etwa in der Mitte meiner Etappe, durch den ich durchkam.
Dieser Ort war Montréal und ist eine typische gascognische Bastide, mit dem Marktplatz als zentralem Mittelpunkt, der von Häusern mit Arkaden umsäumt ist.
Verlassen habe ich Montréal an der Kirche vorbei und den noch wenig erhaltenen Resten der Stadtbefestigung.
Nun ging es wieder, wie auch vor Montréal, über die hügelige Landschaft des Armagnac.
Im Gegensatz zu gestern, da waren es nur sporadische kleine Parzellen, bin ich heute durch großflächige Weinberge gegangen.
Der Weg führte an der etwas abseitsstehenden Kirche von Lamothe hinunter ins Tal.
Ab hier verläuft der Weg auf einer ehemaligen Bahnlinie ca. 7 km stets geradeaus durch einen Laubwald.
Heute verlief der überwiegende Teil der Strecke durch kleine Wäldchen oder an, mit Bäumen gesäumten Wegen vorbei.
Es war die Ruhe pur, kein Verkehrslärm, nur die beruhigenden Geräusche der Natur.
Am frühen Nachmittag habe ich dann mein heutiges Ziel Eauze erreicht, mich gemütlich auf dem Marktplatz niedergelassen und mich für den heutigen Tag mit einem schönen Bier belohnt (ist ja schließlich Feiertag).
Die Herbergssuche gestaltete sich etwas schwierig, denn die angegebene Straße war nicht mehr aktuell und die Tourist-Info geschlossen.
Eine nette Boutique-Inhaberin hat mir dann weiter geholfen.
In der einschiffigen Kirche ist ein vorromanisches Taufbecken erhalten, bei dem das Sakrament durch vollständiges Untertauchen erteilt wurde.
Wenn ich mir den heutigen, fast menschenleeren, Etappenabschnitt anschaue, so ist es nicht verwunderlich, dass es in Frankreich nur eine Einwohnerdichte von etwas über 100 Menschen pro Quadratkilometer gibt.
Mal sehen, wie die morgige Strecke aussieht.
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26.05.2017

20170526W_thumbnail_150x120px.jpg Wegen der angekündigten hohen Temperaturen bin ich heute Morgen schon vor Sonnenaufgang losgezogen.
Bereits um 10 Uhr zeigte das Quecksilber
schon 24°C an.
So konnte ich dann den herrlichen Sonnenaufgang über Eauze beobachten (siehe Fotos).
Es sollten nur geringe Höhenunterschiede zu bewältigen sein, aber die Wegführung bot mir, bis auf kurze Strecken, keinen Schatten.
Das Gebiet des südlichen Armagnac ist geprägt von Weinbergen und Maisfeldern.
Das Weinanbaugebiet des Armagnac umfasst eine Fläche von insgesamt 15.000 ha.
Der Anbau und die Herstellung werden staatlich kontrolliert.
Den ersten Ort nutzte ich, um mich mit Proviant einzudecken, denn in Eauze waren noch alle
Geschäfte geschlossen.
Auf dem weiteren Weg nach Nogaro, meinem ersten Zwischenziel, traf ich, auf eine im Wald versteckte, ehemalige Johaniterkirche Église de L'Hôpital.
Der Herrschaftsbereich war mit 20 Grenzsteinen abgesteckt, die mit dem Malteserkreuz verziert sind.
Nach weiteren 5 km hatte ich dann Nogaro erreicht und eine längere Pause mit Verpflegung eingelegt, denn bis zur gebuchten Unterkunft waren es noch 8 km.
Nogaro heißt übersetzt "Ort mit Nussbäumen".
Die Kirche zeichnet sich durch spitzbogige Ärmsten aus, die von Kapellen getragen werden.
Nach der Pause bin ich dann den restlichen
Weg langsamer angegangen.
Unterwegs traf ich auf einen jungen Belgier, der den Jakobsweg über Jahre in kleineren Etappen läuft.
Wie sich im Gespräch herausstellte, hatten wir das gleiche Endziel für heute, ein einzeln gelegenes Gehöft.
Genau das Richtige, um sich wieder zu erholen.
Durch den frühen Start war ich natürlich auch schon früh in der Herberge und konnte den Rest des Tages
im Schatten genießen.
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27.05.2017

20170527W_thumbnail_150x132px.jpg Auch heute Morgen habe ich es vorgezogen früher auf die Piste zu gehen, es war auch kein Problem, denn Frühstück musste sich jeder selbst machen.
Das Gelände wird zunehmend flacher, da ich mich immer mehr der Flussebene des Adour nähere.
Die Weinfelder werden nach und nach abgelöst durch riesige Maisfelder.
Mit Aire-sur-l'Adour habe ich die erste größere Stadt erreicht, doch zuvor verlief der Weg über 10 km eben wie ein Brett, Haken links, 2 km geradeaus, an einer stillgelegen Bahnlinie, Haken rechts, 2 km geradeaus an Maisfeldern vorbei usw..
Am Ortseingang von Barcelonne-du-Gers ist noch ein gut erhaltenes Waschhaus zu besichtigen.
Von hier ging es weiter und ich erreichte den Fluss Adour.
In die Stadt gelangt man über eine lange Brücke.
Durch die Fußgängerzone erreicht man die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste.
Durch den ständigen Aufbau nach verschiedenen Kriegen ist von der ursprünglichen romanischen Kirche nicht mehr viel erhalten.
Die Innenbesichtigung konnte ich wegen einer Kindtaufe nur eingeschränkt machen.
Mein Etappenziel für heute lag 10 km hinter Aire-sur-l'Adour.
Die Stadt habe ich, an der riesigen Kornhalle vorbei, bergauf zur Kirche Sainte-Quitterie verlassen.
Auch hier war eine Besichtigung wegen Renovierungsarbeiten nicht möglich.
Danach wurde die Streckenführung wieder interessanter und ich gelangte an einen wunderschönen Freizeitsee.
Ich habe die schöne Aussicht und die Seenähe genutzt um meine Mittagspause zu machen, die dann etwas länger ausfiel, schließlich hatte ich jetzt nur noch acht Kilometer für heute vor mir.
Diese Idee hatten auch noch andere Pilger, die ich nach meinem Aufbruch noch am See sitzend gesehen habe.
Zunächst verlief der Weg am Seeufer vorbei hinüber zur Überquerung der Autobahn.
Ab hier habe ich dann den GR65 verlassen, um zu meinem, etwas abseits vom Hauptweg liegenden,
Quartier zu gelangen.
Dies ist die einzige Gîte auf einer Strecke von 17 km. Der Weg soll aber in der nächsten Überarbeitung hier offiziell vorbei geführt werden.
In der Gîte Latrille angekommen,
wurde ich herzlichst empfangen.
Da die Gîte eigentlich ausgebucht war, wurde mir ein Zimmer im Haus angeboten.
Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, u.a. auch bei der Herbergssuche für den nächsten Tag, ist keine Frage, man kennt sich ja untereinander.
Diese Gîte besteht erst seit 2 Monaten,
ist aber schon professionell.
Für morgen habe ich nach 4 längeren Etappen eine etwas kürzere Tour zusammengestellt.
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28.05.2017

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Gestern Abend hat der Gastgeber noch einige Kostproben mit Gitarre und Gesang gegeben.
Leider waren mir die Texte nicht bekannt, aber es hat gut geklungen.
Nach dem exklusiven Frühstück mit der Familie, habe ich am Sonntag meine Tour etwas später gestartet.
Dennoch konnte ich den herrlichen Sonnenaufgang über dem naheliegenden See beobachten.
Von hier aus habe ich dann den Verbindungsweg zum GR65 aufgenommen und nach 2 km war ich wieder auf dem Hauptweg.
Es ging zunächst über eine kleine Landstraße, später dann über Feldwege und durch kleine Wäldchen, deren Weg teilweise, wie durch einen Tunnel, über Hügelkämme führte.
Von Miramont-Sensacq hat man, bei klarer Sicht, einen ersten Blick auf die Pyrenäengipfel.
Leider war es zu diesem Zeitpunkt zwar sehr warm, aber noch nicht klar genug.
Dieser Blick, auf die noch schneebedeckten Gipfel, hat sich uns dann heute Abend von der Herberge in Arzacq geboten. Es sind jetzt nur noch rund 130 km bis Saint-Jean-Pied-de-Port.
Auf dem weiteren Weg bin ich dann auf eine, auf freiem Feld stehende Kapelle "Chapelle Sensacq" gestoßen.
Diese romanische Kirche ist dem Apostel Jakobus geweiht, daher musste der Weg diesen Schlenker zur Kirche machen.
Die Temperaturen waren angenehm und so erreichte ich schon früh den Ort Pimbo, in dem es eine große Gîte gibt und der auch gerne als Etappenende genutzt wird.
Da die Zeit nicht drängte, habe ich hier eine längere Pause eingelegt. Das war auch gut, denn hier habe ich dann wenig später den ersten deutschen Pilger (stammt aus Ravensburg) seit Le Puy getroffen.
Um Pimbo rankt die Sage, dass Karl der Große diesen Ort selbst gegründet haben soll.
Die Kirche St. Barthélemy ist im Mittelalter zu einer Wehrkirche erweitert worden.
Ich habe den weiteren Weg mit dem Kollegen aus Deutschland aufgenommen, der aber übermorgen wieder die Heimreise antritt.
Unterwegs sind wir dann auf gar nicht mal so kleine Schlangen getroffen (eine war ca. 1,5 m lang).
Wir sind dann nach 1,5 Stunden an unserem heutigen Tagesziel in Arzacq-Arraziguet angekommen und haben damit das letzte Département (Pyrénées-Atlantiques) auf der Via Podiensis erreicht.
Wir haben uns gleich auf die Suche nach unserer Unterkunft gemacht, die insgesamt 77 Herbergsplätze anbietet.
Beim heutigen Abendessen saßen wir mit 26 Personen unter freiem Himmel zum gemeinsamen Abendessen beisammen.
Das war für mich bisher die höchste Zahl an Pilgern an einer Stelle.
Wie der Zufall es will traf ich bisher keine Deutschen seit Le Puy und beim Abendessen waren noch 2 weitere Damen aus der Nähe von Saarbrücken zugegen.
Die Mischung der Teilnehmer war schon recht groß. Von Korea, Neuseeland, Holland, Schweiz, Deutschland. Der Großteil allerdings war aus Frankreich.
Die Wetterprognose für morgen und Dienstag ist nicht mehr so schön, es könnte sogar regnen.
Warten wir es ab.

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29.05.2017

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Ich hatte mich mit Robert, so der Name meines Landsmannes, für 6:00 Uhr zum Frühstück verabredet, damit wir vor dem angekündigten Regen jeder sein Ziel erreichen sollte. Der Regen ist aber Gott sei Dank ausgeblieben.
Dass ich heute fast 40 km geschafft habe lag wahrscheinlich daran, dass wir beide ein gutes Tempo gehen und uns angeregt unterhalten haben und so verging die Zeit wie im Fluge. Die Strecke sollte leicht hügelig sein, war aber etwas untertrieben, denn wir mussten doch fast 650 Höhenmeter überwinden. Wir näherten uns Schritt für Schritt Béarn, eine alte französische Provinz, die mit dem französischen Teil des Baskenlandes das Département Pyrénées-Atlantiques bildet. Hier wird zum Teil noch eine eigene Sprache gesprochen. Heute war der Tag der Kirchen und Kapellen, denn gegenüber den Vortagen sind wir an sehr vielen vorbeigekommen, auch zum Teil kleine neue Kirchen. 3 von den heutigen Kirchen waren den Aposteln Petrus und Paulus gewidmet. Auffällig war die, am Wegrand stehende Chapelle de Caubin, eine romanische Kapelle, in deren Wandnischengrab die Steinfigur eines aufgebahrten Ritters in voller Rüstung zu finden ist. Wir waren dann gegen 13:00 Uhr nach gut 30 km in Arthez-de-Béarn, eigentlich etwas früh um schon aufzuhören. Ich bin dann in die Touristinfo, um mich nach Übernachtungsmöglichkeiten hinter diesem Ort zu erkundigen.
Mir wurde dann der Ort Maslacq empfohlen, das waren aber nochmals 9 km, wobei die Hügelketten immer wieder durch Nachläufer zerschnitten wurden. Der Fluss Gave de Pau markiert den Übergang ins Pyrenäenvorland, das heute wegen der etwas diesigen Sicht nicht zu sehen war, aber in den nächsten Tagen nähere ich mich dem Gebirge immer mehr.
Für morgen habe ich mir dann eine kürzere Route herausgesucht bzw. kann man an dem Zielort Navarrenx zwischen 2 Routen entscheiden, die über die Pyrenäen führen. Ich werde mich dann entscheiden müssen.

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30.05.2017

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Heute Morgen habe ich noch auf der Terrasse im Freien gefrühstückt, doch kurz danach war es wegen des aufkommenden Regens mit der Herrlichkeit vorbei. Ich habe dann noch eine halbe Stunde gewartet, aber es war keine Besserung in Sicht. Also habe ich das Regencape übergezogen und los ging es. Der Tag fiel buchstäblich ins Wasser, das Handy funktionierte nicht richtig, daher gibt es nur sporadische Fotos, wenn es meinte für 10 Min. aufzuhören zu regnen. Es hat mich gewundert, dass dennoch so viele Pilger unterwegs waren, doch das Wetter hält die Pilger nicht ab und so war die Stimmung heute ungetrübt. Gott sei Dank wurde die heutige Etappe über kleine und mittlere Straßen geführt und nur selten durch Wald- und Feldwege, denn diese waren sofort aufgeweicht. Ansonsten ist man mit Teerstraßen nicht froh, aber heute schon. Auch wurden die wenigen Einkehrmöglichkeiten genutzt, um sich mal kurz aufzuwärmen. In Maslacq gestartet, erreichte ich zuerst die Abtei von Sauvelade. Das Besondere hier ist der kreuzförmig angelegte Grundriss, doch leider hat hier das Handy gestreikt. Nach einer kurzen Aufwärmphase habe ich meinen Weg Richtung Navarrenx fortgesetzt und geschaut, dass ich die 14 km so schnell wie möglich gelaufen bin. Hier angekommen hat der Regen nachgelassen und ich konnte mir, wenn auch triefend nass, einen Teil der Stadt anschauen. Bemerkenswert ist der, den Ort umschließenden Mauerwall und die wuchtige Brücke "Pont St.-Antoine" über den Gave d'Oloron. Die Brücke habe ich dann auch überschritten um zu meinem nahegelegenen Etappenziel Castetnau-Camblong zu gelangen. Bei dem Wetter ist die erste Aufgabe in der Unterkunft das Waschen und Trocknen der nassen Sachen, erst danach kommt man selbst an die Reihe. Die Wetteraussichten für morgen sind auch wieder positiver, vertrauen wir darauf.

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31.05.2017

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Beim heutigen Frühstück hatte ich afrikanische Eier. Zunächst habe ich auch gestutzt. Die Auflösung: Geschälte, gekochte Eier 2 Tage in Basilikum eingelegt, schmeckt super gut. Der Wetterbericht hat auch das gehalten, was er versprochen hat. Das war eine Kerze in der nächsten Kirche wert. Die Wegstrecke wird immer angegeben mit geringen Höhendifferenzen, was auch auf die ersten 15 km zutraf, aber je näher man den Pyrenäen kommt, desto mehr Höhen werden es (über 600 m für heute). Zunächst wechselten sich wieder Mais- und Sonnenfelder als Wegbegleiter ab, später dann saftige Wiesen. Teilweise sind wir mittendurch gelaufen. Gatter auf, Gatter zu. Achso, „wir“ deshalb, weil ich nach ein paar Kilometern zu 2 Französinnen gestoßen bin, die in Grenznähe zu Deutschland wohnen und ein wenig später haben wir noch einen Franzosen eingeholt. Von da an sind wir zu unserem gemeinsamen Endziel Uhart Mixe zusammen gegangen. Die Verständigung bzw. gegenseitige Übersetzung war super und amüsant. Immer wieder gingen unsere Blicke auf sie Silhouette der schneebedeckten Pyrenäengipfel, wohlwissend, dass ich diese in ein paar Tagen überqueren werde. Eigentlich gab es keine aufregenden Besichtigungen zu machen, doch wir wurden unterwegs auf eine Tatsache aufmerksam gemacht, deren Erfahrung wir 2 Stunden später selbst machen sollten. In dieser Gegend ist eine Sekte unterwegs, die die Pilger nicht nur anspricht, sondern auch gerne einlädt, warum auch immer. Gut, dass wir in der Gruppe waren, denn eine Frau mit einem Auto hielt an, als wir Mittag machten und kam direkt auf uns zu. Normalerweise nichts Ungewöhnliches, aber das Gespräch, das sie uns aufzwingen wollte, sagte alles. Wir haben uns nicht darauf reingelassen und unseren Weg fortgesetzt. Unsere heutige Herberge liegt auf einer Alternativroute, gekennzeichnet mit einer Schnecke. Der Grund dahinter ist, dass die Herberge „Escargot“ (Schnecke) heißt. Kurz vor dem Ziel sind wir noch an einem schönen Wasserschloss vorbeigekommen. Gott sei Dank war die Herberge in Reichweite, denn auf den 30 km gab es nur 2 Verpflegungs- bzw. Wasserstellen. Normalerweise sind diese ausreichend auf den Strecken. In der Herberge angekommen, sind wir auf viele bekannte Gesichter aus den vergangenen Tagen gestoßen, die alle das Ziel hatten, durch längere Etappen mit mehr Kilometern in den vergangenen Tagen, einen Tag in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port einzusparen. Wenn alles gut geht, bin ich dann auch morgen Nachmittag am Ziel meines zweiten Drittels, wenn ich es denn so mal sagen will. Bis Saint-Jean-Pied-de-Port verbleiben jetzt noch ungefähr 25 km. Die schaffe ich auch noch.
Ja, es gab heute schon einige Aussichtspunkte auf die Pyrenäen, aber auch auf die hügelige Landschaft des Baskenlandes. Ich freue mich schon sehr auf Saint-Jean-Pied-de-Port.

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